Schmiedeesse

Um Eisen heiß zu bekommen benötigst du eine Esse, so bezeichnet man die Erwärmungseinrichtung beim Schmieden. Hört sich recht geschwollen an, für ein gepimptes Lagerfeuer, oder? Warum eigentlich "pimpen"? 

 

Allein das Eisen ins "Lagerfeuer" legen wird es nicht heiß genug machen, um es vernünftig zu bearbeiten. Es gehört mehr dazu!

Wir "frisieren" unser Lagerfeuer!

Kohle statt Holz, Feuerschüssel statt Erdloch, Luftventilatoren statt reinpusten! 

Und mit der Luft sind wir auch schon bei einem wichtigen Punkt!

Wo Luft reinkommt, muss auch wieder Luft raus, drum fangen wir heute mal "verkehrt" herum an.

Schon mal einen Grill angezündet? Was passiert? Es qualmt! Bei Steinkohle ist das mit dem Qualmen eine ganze Nummer größer!

Da bei uns die Deckenhöhe keine Ausmaße einer Kathedrale hat, ist dieser gelbe Schwefelqualm und der Ruß eine wahre Plage gewesen.

Hab ich schon mal erwähnt, dass mir der Rauch mächtig auf den Keks ging?

Wollte das nur mal gesagt haben!

Im Zuge unseres Umbaus haben wir den Kamin-Durchmesser auf 250mm vergrößert und den Kamin auf 7m erhöht. Zusätzlich wurde noch ein Rauchgasventilator eingebaut. Das Teil funktioniert wie der Dunstabzug in deiner Küche.

Merke dir:

  • Je höher der Kamin, desto besser zieht er. Mindesthöhe 6m.
  • Mindestdurchmesser vom Kaminrohr sollte 200mm sein. Leistest dir einen mit 300mm, viel besser!
  • Hast du ungünstige Luftverhältnisse, wie z.B. Abwinde, Fön, Unterdruck im Bauwerk,... dann unbedingt einen Rauchgasventilator reinbauen.
  • Willst du dir die Esse für berufliche Zwecke bauen, dann frage unbedingt bei deinem Schornsteinfeger die geltenden Bestimmungen ab, sonst kannst du ab und zu eine "böse und teure Überraschung" erfahren.

Rauchfang / Innenleben in der Telchinen-Schmiede
Rauchfang / Innenleben in der Telchinen-Schmiede

Womit man den Qualm einsammelt ist der RAUCHFANG

Es gibt jede Menge verschiedene Rauchfänge. (siehe Bilder unten)

Unser Rauchfang entstand aus der Not. Nachdem wir beim Abmontieren festgestellt haben, dass uns die Glaswolle, die zur Isolierung der Anhängerwand gedacht war, abgeschmolzen ist, wurde uns klar, es muss eine "kühlere" Lösung her. Herausgekommen ist dann ein "begehbarer" Rauchfang, mit gekühltem Rauchgasventilator und Zirkulationsluftkühlung.

Jede Menge Aufwand für einen kühlen Rauchfang. Ein äußerst positiver Nebeneffekt der doppelwandigen Konstruktion war die deutlich niedrigere Abstrahltemperatur. Konnten hier die Blechtemperatur, in Kopfhöhe, von 350°C auf max. 40°C absenken. Ein Wahnsinns Komfortgewinn!

Im Nachhinein würde ich den Abzug nicht mehr mittig über die Feuerstellen setzen, sondern asymmetrisch. Hierdurch würden die Luftwirbel, welche durch die aufsteigende heiße Luft entstehen, besser gelenkt und zum Großteil vermieden. So aber wirbelt die linke Feuerstelle den Rauch nach rechts und umgekehrt. Laufen beide Feuer, dann wird der Rauch in der Mitte runtergedrückt und entwischt in den Arbeitsraum. Um dies zu vermeiden haben wir unsere Schmiede mittels LKW-Motorlüfter unter Überdruck gesetzt.

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Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert!


Jetzt jammern wir mal auf einem ganz hohen Niveau!

 

Es hat in der Schmiede leicht gequalmt! Oh Gott!

 

Du hast vielleicht schon die Artikel über den Umbau der Schmiede und die Schmiedeesse gelesen,  oder?

Ein riesen Aufwand für den Rauchfang. Hat sich alles gelohnt, aber wenn alle zwei Essen auf Volllast  laufen, dann gab es leicht Qualm und es kam Kohlenstaub in den Arbeitsraum.

Jetzt gibt es natürlich den normalen Weg und man sucht eine "angemessene" Lösung.

NICHT UNSER WEG!

 


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