Schmiedefeuer unter der Hallenburg 2016!


In der Korkenzieherschmiede von Hallenburg
In der Korkenzieherschmiede von Hallenburg

Die ganze Woche haben wir uns gefreut. Endlich raus aus dem Alltagstrott und rein ins Auto, ab nach Thüringen!

Noch schnell den Wetterbericht gecheckt, oh, oh! Schnee? Mitten im Mai? Ach, egal! Los geht´s! (Am Samstag war es auf dem Treffen richtig angenehm schön, aber am Sonntag hat es doch glatt auf dem Campingplatz geschneit!)

Am Samstag dann früh Morgens sind wir angekommen und, was soll ich sagen?

 

Nebel lag über dem Ort der Begierde. Seltsamer Nebel!

 

So kann nur der Vorhof zur Unterwelt riechen!  :-)

 

Sind gerade rechtzeitig eingetroffen, um das Anheizen der zahlreichen Essefeuer mitzuerleben.

 

Wenn Bekannte aus dem Ruhrpott von Früher erzählen, dann kommt immer der Kohlenstaub in der Luft zur Sprache und der Hinweis, "das kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen!"

 

Nun ja,  jetzt brauchen wir es uns nicht mehr vorzustellen, wir haben es gesehen! :-)

 

Die Feuer sind geschürt und die Eröffnungsreden gesprochen. An einigen Ecken beginnt das Klingen der Hämmer auf den Ambossen.

 

Das Schauen, Jagen nach Ideen und "Beschnuppern" hat begonnen.

 

Ich hab mal das Programm abfotographiert, damit du einen Überblick hast:


Was uns "Drei" überrascht hat, war die extreme Kurzweiligkeit.  An jeder Ecke gab es was zu entdecken. Von der Darstellung der Metallverarbeitung aus der Vorzeit, über Feldschmieden von 1910, Geschütze, Bronzeguß, Damastmesser, Schmuck, Korkenzieher, und natürlich der laufende Wettbewerb der Jungschmiede.

 

Eine super entspannte Atmosphäre war in kürzester Zeit entstanden und lud zum Kennenlernen und Staunen nur so ein.

Lauter nette Menschen, die einen auch hinter die Kulissen blicken lassen.

 

Damit so eine angenehme Stimmung sich ausbreiten kann, bedarf es dazu eines Rahmens und diesen haben wir der Leiterin des Museums Frau Veronika Jung und den vielen Helfern im Hinter- und Vordergrund zu verdanken. Danke!



Der Wettbewerb!

Jetzt wurden die Schmiedefeuer ja nicht nur zur Belustigung der Besucher und zum vertreiben der Mücken angezündet, sondern sie dienten als Arena des Schmiedewettbewerbs.

 

Auszubildende, Gesellen und Meister stellten sich dem Wettkampf und schmiedeten zum Thema "Licht"!

 

Was uns Zuschauern dabei sehr gut gefallen hat, war die Präsentation des Zeichenentwurfes am Arbeitsplatz. So konnte man sich richtig in den Herstellungsprozess hineindenken.

 

Mal kurz eine Bratwurst holen, oder mit einem Aussteller plaudern war also kein Problem. Wenn man zurückkam fand man dank der Zeichnung gleich wieder den roten Faden. Tolle Idee!

 

 

Preisträger - Schmiedetreffen 2016

 

 

 

I. Azubi

 

 

  1. Team Berlin „Lichtfang“

 

2. Jakob Gasser/Moh. Kashif „Feuerzirkel“

 

 

 

3. Team Berlin alpha „Maske“

 

 

II. Gesellen/Meister

 

 

 

1. Simon Schütte „Reflektion“

 

 

 

2. Steffen Aurin „Lagerfeuer“

 

 

 

3. Alexander Schöllhorn „Licht am Ende des Tunnels“

 

 

 

4. Roberto N. Santelmann “Licht-Ei”

 

Noch eine persönliche Anmerkung:

Erstmal möchte ich meinen Respekt gegenüber den Teilnehmern des Wettbewerbes kund tun. Es ist immer eine Herausforderung unter den Augen der Zuschauer und Fachbesucher seine "Leistung" abzurufen.

Für die Jury ist es ebenfalls schwierig eine Rangordnung der "Gewinner" des Wettbewerbes festzulegen.

Mich persönlich haben zwei Arbeiten mit ihrer künstlerischen Aussage "berührt", und damit will ich die Leistung der anderen Teilnehmer keinesfalls weniger würdigen.

"Licht am Ende des Tunnels" und "Licht-Ei" sind diese zwei Arbeiten.


Steinbach-Hallenberg / Ein kurzer geschichtlicher Blick in das Metallhandwerk

www.eisenstrasse.de
www.eisenstrasse.de

Es gibt mehrere Gründe warum sich im thüringischem Wald das Metallhandwerk so stark etablierte.

Durch die geologischen Verwerfungen waren die Erzlagerstätten relativ leicht zugänglich. Desweiteren war genügend Holz verfügbar um Holzkohle herzustellen da und durch die zahlreichen Wasserläufe konnten die Wasserräder/Schmiedehämmer betrieben werden.

Somit wurde die Region bereits ab dem Mittelalter zu einer "Metall- und Bergbauregion". Drei eisenverarbeitende Zünfte gab es in Steinbach-Hallenberg die sich im Jahre 1773, bei 2000 Einwohnern, wie folgt darstellten:

  • Schlosser / 78 Schlosserwerkstätten
  • Nagelschmiede / 124 Nagelschmieden
  • Hufschmiede / 34 Hufschmieden

1864 waren insgesamt 491 eisenverarbeitende Handwerksbetriebe registriert, der Großteil der Bevölkerung war also hier beschäftigt.

Die Industrialisierung hielt gegen des 19.Jahrhunderts ihren Einzug in die Region. In den 1920er Jahren erfuhr die Region dann ihre Blütezeit und bei 4000 Einwohnern waren z.B. 1925

  • 129 Werkstätten für Zangen
  • 48 Betriebe für Frisiereisen (und damit war noch nicht das "frisieren"/tunen einer Simson gemeint!)
  • 25 Betriebe für Korkenzieher
  • 2 Betriebe für Laborgeräte
  • ca. 10 Betriebe für Schraubenzieher, Imkergeräte,....

in Steinbach-Hallenberg angesiedelt.

 

Schaut man sich heute in Steinbach-Hallenberg um, dann sind noch 13 Betriebe ansässig, die sich Metallverarbeitung beschäftigen.

Wer mehr über die Stadt und den Erzabbau erfahren will, schaut sich auf deren Webseite um:


Wir werden jedenfalls auch das nächste Mal dabei sein!