"Alte Schmiede" - Öschelbronn

Das Team der Alten Schmiede Öschelbronn gemeinsam auf dem Gruppenfoto mit der Telchinen-Schmiede.

Die Alte Schmiede Öschelbronn in der Innenansicht.

Wenn die Unternehmungen uns ein wenig weiter weg führen, dann setzen wir uns meistens in mein rotes Spielmobil. Für seine 350.000km steht der Kleinbus noch sehr gut da, fordert aber ab und an auch Streicheleinheiten ein.

Nun gibt es immer wieder Stimmen, die über die Streicheleinheiten lästern und die Zuverlässigkeit des Busses in Zweifel ziehen. 

Dies ist dann, glaube ich, auch einer der Gründe gewesen, warum Armin uns mit seinem Caddy fahren wollte. 

Die Fahrt beginnt und 3km später stehen wir (Armin, Mumu, Rainer und ich) im Stau und das wohlgemerkt in einer 9000 Einwohner zählenden Weltstadt. Sensationeller Start! 

"Hat jemand ein Bier wenigstens mitgenommen?"

Puh, Glück gehabt, in der Kühltasche ist Bier drin, aber warum auch WASSER? 

4km später, nach dem Stau, wurden wir erleuchtet. Armin fährt rechts ran, schnappt sich eine Flasche Wasser, schüttet den Inhalt in den Kühler und garniert diesen Vorgang mit der lässigen Bemerkung, "Haarriß, geht seit 2 Jahren so 🙂!"

Soso, und mein Bus hat eine "Öl-Diesel-Inkontinenz".

"LÄSTERPACK!" 


Eine alte Stoßmaschine in der Schmiede Öschelbronn
Stoßmaschine

Logbucheintrag:

Wir schreiben den 17.06.2018 Sternenzeit und erforschen die unendlichen Weiten nach "Alten Schmieden" und  befinden uns in einem "Haarriß-Caddy-Raumschiff" auf dem Weg zum Planeten Niefern-Öschelbronn, in der Hoffnung dort den benötigten Proviant, Bier, zu bekommen.

Die Einwohner dieses Planeten sind bereits in früher Vorzeit innovative Gesellen gewesen. So haben Sie zum Beispiel durch den selbstlos Akt das Dorf abzufackeln, dafür gesorgt, dass im ganzen Land einheitlich genormte Feuerwehr-Schlauchanschlüsse verwendet werden. 


25 Tonnen Spindelpresse
25 Tonnen Spindelpresse

Damals, nach dem Unglücksbrand 1933, war eines der wenigen Gebäude, die "Schöpf'sche Schmiede", welche nicht komplett abgebrannt ist. Die Werkstätten wurden nur geringfügig beschädigt. 

 

Und, in eben diese Schmiede, wurden wir nun eingeladen.

 

Gegründet wurde die Schmiede 1871. Über 100 Jahre wurde dort geschmiedet, bis Mitte der 1970er der Werkstattbetrieb eingestellt wurde. (Hier geht es zur Chronik der Schmiede.) 


Demonstration: Biegen eines Eisenrings für ein Kutschenrad
Demonstration: Biegen eines Eisenrings für ein Kutschenrad

Bleiben wir aber kurz in der Gegenwart.

Was war jetzt der Reiz, der Einladung zu folgen? 

Alte Zangen und Maschinen anschauen, das ist jetzt nicht der ausschlaggebende Grund. 

Es sind die Personen, die eine Idee haben und diese in ein lebendiges Technikdenkmal umgesetzt haben. Museen gibt es wirklich zuhauf, darunter auch wahre Schätze, aber das ist eine wieder lebende Schmiede.

Um Wissen, Geschichten, Erinnerungen,... in einer Dorfgemeinschaft, und darüber hinaus, am Leben zu halten, sind solche Projekte absolut wichtig. 

Eine Schmiede, in der kein Feuer brennt und nicht gehämmert wird, wie soll soetwas "Totes" Begeisterung wecken. TOLL, dass dies in Öschelbronn anders ist! Es hämmert, es qualmt, die Schmiede rufen sich Kommandos zu, es wird produziert, gelacht, gestaunt und die Besucher sind fasziniert von der "unbekannten Welt" Schmiede, die sie oft nur noch aus Erzählungen der Großeltern her kennen. 

Und weil wir zu den Neugierigen zählen sind wir nun hier in der "Alten Schmiede", schauen uns das Vereinsprojekt an und wollen natürlich auch Schmieden! 



Nach einer Führung durch die Gastgeber und einem kleinen Orientierungslauf (WC, Essen, Trinken..) über das beachtliche Gelände, wurde die Stätte der Begierde ins Visier genommen. Nach stundenlanger Besetzung der Essen und der Amboss stellte Rainer nur knapp fest: "Ich glaub, unsere Gastgeber wollten auch mal Schmieden."

Ich hoffe mal unsere Gastgeber haben es uns nicht übel genommen. :-)

 


Jedenfalls hatten wir einen riesen Spaß und sagen Danke, dass wir nun eine kleine Episode in der Geschichte der "Alten Schmiede" sind und freuen uns, wenn wir wieder zu Gast sein dürfen.

 

Wenn du also mal in der Nähe von Niefern-Öschelbronn bist, dann unbedingt dieses einmalige und liebevoll erhaltene Technikdenkmal anschauen!


Aktionbilder / Impressionen:


Kommentar schreiben

Kommentare: 0