Die Germanen haben doch einen Vogel!

 

Kennt jemand Wieland? Ich meine jetzt nicht persönlich, sondern die Sagen über ihn.

Nein? Na, dann pass auf!

 

Wieland war ein germanischer Schmied ( wahrscheinlich in Südtirol geboren und im Sauerland bei "Zwergen" in die Lehre gegangen), welcher das berühmte Schwert "Mimung" geschmiedet hat.

Erzählt wird das Ganze in der Thidrekssaga (13.Jahrhundert). Wer will kann das ja bis ins Detail nachlesen, aber ich will dir hier nur die kurze Kurzfassung geben.

 

  • Wieland der Schmied wird von "Zwergen" zum Meisterschmied ausgebildet.
  • Nach seiner Flucht von den Zwergen gelangt er ins Reich von König Nidung.
  • Hier arbeitet er zuerst als Mundschenk. Beim Spülen verliert er ein Messer der Tafel und schmiedet einen Ersatz, damit es nicht auffällt.
  • König Nidung bekommt das Messer in die Hand und ist von der "Schärfe" stark beeindruckt.
  • Ämilias, der Hofschmied, war neidisch und schlug eine Wette vor. "Er, Ämilias, schmiedet eine Rüstung, inclusive Helm, und Wieland solle ein Schwert schmieden. Im Kampfe solle sich entscheiden, wer der bessere Schmied sei."
  • Wieland der Schmied begann ein Schwert zu schmieden. Dieses zerfeilte er und verfütterte die Späne an Gänse. Aus dem Kot der Gänse holte er die Späne wieder raus und schmiedete daraus ein neues Schwert, welches schärfer und handlicher als zuvor war. Aber auch dieses Schwert war ihm noch nicht gut genug und so wiederholte er die Prozedur.
  • Jedenfalls  kam es nun zum Kräftemessen zwischen den zwei Schmieden und Wielands Schwert "Mimung" durchschnitt Ämilias Helm wie Butter.
  • Ämilia tot, Wieland Sieger,.....

Die Sage geht natürlich noch weiter, aber was soll´s, den interessanten Teil zum Thema Schmieden kennen wir jetzt.

Was ist jetzt die Pointe in der Erzählung?

"Der gute Schmied braucht Gänse, um ein scharfes Schwert zu schmieden!"

Stimmt fast.

 

Hier die Erklärung, und bitte denk daran, das wusste der Schmied schon im 13. Jahrhundert!!!!

 

Schon mal was von Guanodünger gehört? Ist Vogelkot und sehr stickstoffhaltig.

Bringt man Stickstoff in ein Metallgefüge, dann wird der Stahl "feinkörniger" und damit fester und stabiler. Das was da Wieland der Schmied gemacht hat, funktioniert tatsächlich, kann aber auch ein wenig einfacher gemacht werden. Wahrscheinlich hat er glühendes Metall einfach in Vogelkot reingesteckt. Das Verfüttern der Eisenspäne an Gänse hört sich aber am Lagerfeuer einfach besser an. :-)

 

 

 


MOOCit-Frage

 

Welcher Stoff wird Stahl beim Nitrieren zugeführt?

 

Beim Nitrieren wird dem Stahl STICKSTOFF zugeführt.